Subiaco, Archivio del Monumento nazionale di Santa Scolastica, Ms. 231

Subiaco, Archivio del Monumento nazionale di Santa Scolastica, Ms. 231

Die Liturgieerklärungen Innozenz' III. und Wilhelms von Auxerre

Handschriftentitel:

Subiaco, Archivio del Monumento nazionale di Santa Scolastica, Ms. 231

Entstehungsort:

Santa Scolastica, Italien

Entstehungszeit:

13. Jh.

Äußere Beschreibung

Beschreibstoff:

Pergament.

Durch Neuschnitt wurden Marginalien oben (Bl. 24r), unten (Bl. 35v) und außen (Bl. 99r-v) z.T. gekappt. Zudem verschwinden ein Reihe Marginalien im Falz.

Das papierne Vor- bzw. Nachsatzblatt (Bl. A u. A') weist als Wasserzeichen je einen Anker in einem Kreis und einen Stern auf.

Umfang:

100 Bl.

Format:

20 x 13 cm

Foliierung:

Eine moderne Foliierung wurde jeweils auf dem Recto oben rechts mit Bleistift durchgeführt.

Lagenstruktur:

Zustand:

Die Summe Wilhelms von Auxerre weist kaum Gebrauchsspuren auf. Wo sich beim augustinischen Florileg an manchen Stellen die Tinte vom Pergament gelöst hat, ist der Text kaum mehr zu entziffern.

Seiteneinrichtung:

2 Kol.

Summe Wilhelms von Auxerre: 17,2 x 10 cm (Schriftspiegel); 0,5 cm (Interkolumnium); à ca. 38 Zeilen. Der Text setzt jeweils oberhalb der ersten (kaum sichtbaren) Linie ein.

Meßerklärung Innozenz' III.: 17,5 x 9,7 cm (Schriftspiegel); 0,4 cm (Interkolumnium); à ca. 60 Zeilen. Auf den Blättern 58r-v und 61v verwischtes Minium. Eine Linienziehung ist nicht mehr sichtbar, dafür jedoch die Punktierung am Seitenrand. Der Text setzt jeweils oberhalb der ersten (imaginären) Linie ein.

Augustinisches Florileg: 17 x 10 cm (Schriftspiegel Bl. 31v-35v); 0,5 cm (Interkolumnium); à ca. 50 Zeilen. 17,7 x 10,3 cm (Schriftspiegel Bl. 98vb-100ra); 0,4 cm (Interkolumnium); à ca. 53 Zeilen.

Schrift und Hände:

Die drei Texte lassen sich drei unterschiedlichen Händen zuweisen.

Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:

  • Für die Kapitale wurde blauer und weißer Faden verwendet.
  • Meßerklärung Innozenz' III.: Der Text ist mit roten Initialen versehen, die schlichte Verzierungen aufweisen. Alle Kapitel werden mit Rubriken eingeleitet.
  • Summe Wilhelms von Auxerre: Die Initialen sind rot und kaum verziert. Die einzelnen Kapitel werden zumeist mit Rubriken eingeleitet.
  • Augustinisches Florileg: Initialen wurden nicht ausgeführt.

Spätere Ergänzungen:

In brauner, nachträglich mit schwarzer Tinte nachgezogener Schrift sind Inhalt, Datierung und Signatur auf dem Buchrücken vermerkt: Gulielmi Antisiodorensis et Innocent III opera liturgica. – M.S. Saeculi XIII – CCXXXI. Eine schlichte Verzierung wurde nicht mit schwarz nachgezeichnet.

Auf dem vorderen Buchdeckel ist mit Bleistift eine Datierung notiert: 1300 / XIII.

Bei Innozenz III. (Bl. 1-32rb) wurden die Kapitel 14 bis 45 von späterer Hand durchnumeriert.

Beim augustinischen Florileg (Bl. 31vb-35vb und Bl. 98vb-100ra) finden sich an den Seitenrändern zahlreiche Anmerkungen des Schreibers.

Einband:

Der Einband (20,5 x 13,5 cm) ist um 1900 im sog. holländischen Stil unter Verwendung von hellem Pergament und zwei Pappdeckeln gefertigt worden.

Inhalt:

Der Codex setzte sich ursprünglich aus den Liturgieerklärungen Innozenz' III. und Wilhelms von Auxerre zusammen. Die leer gebliebenen Seiten der jeweils letzten Lage wurde dann mit einer Blütenlese aus dem Werk des Augustinus gefüllt und zwar in der Weise, daß das Florileg im Anschluß an die Liturgieerklärung des Innozenz III. beginnt, mit dem Ende der dritten Lage abbricht und dann im Anschluß an die Liturgieerklärung des Wilhelm von Auxerre auf der letzten Lage fortfährt.
  1. Bl. 1-31rbInnozenz III. (Bruno von Segni), De missarum mysteriis

    Rubrik: Jncipit liber de sacramentis add. man. rec. in marg. sup. et ministris ecclesie / et officijs misse ecclesie Edictis a domino .Jnnocentius. papa tercio.

    Tria sunt in quibus precipue lex diuina constitit ...–... Te igitur clementissime pater. vsque pax dominj sit semper uobiscum. Et cum spiritu tuo.
  2. Bl. 31vb-35vb, Bl. 98vb-100raAugustinus, FlorigerumPrologus in uerbis exaustis fonte beato. / Presulis aurelij salientis gurgire e gugire corr. lato. / Sic augustinum lector cognosce uocatum / Hunc dum sacra fides suscepit fonte renatum ...–...

    Rubrik: Jncipit liber florigeruse florum corr. collectuset continuatus de diuersis libris summi et incomparabilis doctoris augustini.

    Da mihi domine scire et intelligere quid sis, et quid est quod amo, cum te amo deum meum+ ... Bl. 35vb peregrinantj seculo, maxime-x ...–... +Bl. 98vb commendatur humanitas et in eius rege quod christus est maxime predicatus. contrarium ... xper secula seculorum Amen.
  3. Bl. 36ra-98vbWilhelm von Auxerre, Summa de officiis ecclesiasticis

    Rubrik: Jncipit summa magistri Guilielmi Altisiodorensis. de officijs ecclesiasticis

    Hjerusalem que desursum est ad galatas .iiij. in fine. mater nostra dicitur propter tria ...–... que a dextris et a sinistris coniungitur cum cingulo. Explicit summa magistri Wiliemi Altisiodorensis de officijs ecclesiasticis.

Herkunft

Provenienz der Handschrift:

Ein Besitzervermerk des Klosters Santa Scolastica, das seit 1514 zur reformierten Kongregation von Cassino gehörte, befindet sich auf Bl. 1r unten: Jste liber est Congregationis Casinensis alias .sancte. Justine et pusatus ad usum monachorum monasterij sublacensis segrius numer[..] 468.

Bibliographie

  • Don Leone Allodi, Inventario dei manoscritti della biblioteca di Subiaco, Forlì 1891, 49, Nr. 234 (!).
  • Martineau 1932, 39.
  • vgl. Ribaillier 1987, 14.

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